Monday, February 18, 2008

anders als gestern

Es ist schon lustig, wieviel sich in so kurzer Zeit verändert hat. Freundschaften brechen zusammen, neue tuen sich auf, Beziehungen verändern sich und Menschen verändern sich. Wen man gestern noch liebte, kann man heute schon hassen und morgen wieder lieben, oder umgekehrt. Wer gestern noch zu einem hielt hat einen heute schon verraten und wird es vielleicht morgen schon bereuhen, oder auch nicht, das weiß man nicht so genau.
Die Menschen, die man zumindest ein ganz kleines bisschen zu kennen glaubte, sind schon längst nicht mehr so, wie sie mal waren und vielleicht trotzdem noch immer die selben. Wenn man Glück hat trügt der Schein und es ist doch so, wie man gehofft hat.
Der aufziehende Sturm scheint möglicherweise nur so zu tun, als besäße er eine zerstörerische Kraft und ist dabei doch ganz harmlos und sanftmütig. Vielleicht sind auch liebgewonnene Menschen so. Zu gerne würde ich hinter die fest verriegelten Eisentüren schauen, um zu gucken, ob ein goldener Schatz in den Kammern gut verborgen steckt. Es ist wohlmöglich etwas zu romantisch, aber ich glaube schon.

und noch ein Gedicht. Ämusant und passend, wie ich finde.


Ich glaub' nicht an den Himmel,
Wovon das Pfäfflein spricht;
Ich glaub' nur an dein Auge,
Das ist mein Himmelslicht.

Ich glaub' nicht an den Herrgott,
Wovon das Pfäfflein spricht;
Ich glaub' nur an dein Herz,
'nen andern Gott hab' ich nicht.

Ich glaub' nicht an den Bösen,
An Höll' und Höllenschmerz;
Ich glaub' nur an dein Auge
Und an dein böses Herz.

Heinrich Heine

13 comments:

Anonymous said...

Mächtig philosophisch. Hat dich die Winterdepression endlich auch erwischt? ;) Ich denke am besten ist es nicht all zu viel auf seine Gefühle zu geben sondern auf die Erfahrung vertrauen die einem sagt, dass man sich schon gut fühlen wird, sobald man das logisch effektivste getan hat.

Georgia said...

die winterdepression habe ich schon seit Oktober. Das ist bis april oder mai ein Normalzustand bei mir ;-)
Ich finde schon, dass man auf seine Gefühle hören sollte, oft weiß diese Intuition nämlich besser, was gut ist, als der Verstand. Der braucht dazu noch lange.
Sagtest du nicht selbst einmal von dir, du seist ein Mensch der nach Gefühlen handle? Was hat dich dazu bewogen anders zu denken?
Und was ist für dich das logisch effektivste?

Anonymous said...

Ich kann mich nicht mehr an den Zusammenhang erinnern aber ich denke ich meinte dass meine Gefühlslage mein Handeln bestimmt. Ich habe eher den Eindruck meine Gefühle bestimmen erst mein Denken und danach, quasi Sekundär mein Handeln. Das widerum führt zu erfahrungsgemäß zu viel Shice. Ich kann es trotzdem kaum ändern denn niemand kann seine Gefühle völlig kontrollieren. Vielleicht liegt der Schlüssel daran Momente von klarem Bewusstsein darauf zu verwennden seine Gefühle und Bedürfnisse zu befriedigen, damit das kontrolliert stattfindet und man nicht durch die Gegend rennt und sich wie ein Idiot benimmt.
Fakt ist - bewusstes und gründliches Nachdenken rettet vor unsinnigen Aktionen, die Gefühlsmäßig erstmal völlig richtig erscheinen. Schwieriges Thema ganz schwierig. Schwer zu diskutieren und noch schwerer aus der Diskussion zu lernen.

Georgia said...

Das kann ich nachvollziehen. Natürlich beeinflusst die Gefühlslage das eigene Denken, ist ja ganz klar. Es fällt mir oft schwer Fühlen und rationales Denken auseinanderzuhalten, oder meiner Ratio im Handeln zu folgen. Gefühle sollte man denke ich auch auf keinen Fall unterdrücken. Aber du hast schon recht; wenn man dann mal klar denkt, sollte man die Gelegenheit nutzen und sein Handeln reflektieren.
Ich glaube, es kommt auf die einzelne Situation an, ob man lieber seinem Gefühl, oder dem Verstand vertraut. Wenn man bei einer Sache ein unwohles Gefühl hat, dann lohnt es sich aber auf jeden Fall seine Entscheidung, sein Tun zu überdenken und diesem Gefühl (wie allen anderen denke ich auch) auf den Grund zu gehen.

Langsam bin ich mir aber gar nicht mehr so sicher, ob das, was sich bisher als nur relativ vages Gefühl in mir zeigte, nicht einen festeren Boden unter den Füßen hat, als ich bisher glaubte.

Anonymous said...

Traue NIEMALS deinen Gefühlen. Wenn es keinen logischen Grund gibt etwas zu tun lass es. Ein logischer Grund muss kein schöner, "guter" ( im Sinne von moralisch richtig) oder wichtiger Grund sein. Das sei der Situation überlassen. Aber sei dir stets sicher dass du einen Grund hast und kenne ihn genau.

Anonymous said...

Aber ist das Ziel denn für dich nicht moralisch zu handeln? Muss für dich der Verstand denn nicht der Moral unterstehen (natürlich gibt es auch Situationen, in denen man zwischen zwei mehr oder weniger unmoralischen Dingen wählen muss)?

Auch, wenn ich nach meinem Gefühl handle (was ich meistens tue), ist das für mich ein eindeutiger Grund.
Bevor ich zu einem Schluss komme überlege ich mir natürlich schon, was für Dinge objektiv gegen oder für eine Entscheidung sprechen, das letzte Wort hat bei mir aber eigentlich immer mein Gefühl. Besonders, wenn es 50/50 steht.
Gefühl heißt ja auch nicht, dass men etwas überstürzt tut. Man sollte sich über seine Gefühle nach Möglichkeit im klaren sein und sie auf moralischer Ebene reflektieren.

Entscheidungsfindung ist natürlich ein überaus komplexer Vorgang, der meiner Meinung nach nur unter Einbeziehung aller Aspekte (Moral, Gefühl und Verstand) gut ablaufen kann. Wobei ich persönlich der Moral und dem guten oder schlechten Gefühl ein bisschen mehr Bedeutung beimesse.

georgia

Anonymous said...

Das Ziel des Handelns ist bei jeder Person immer die Maximierung persönlichen Glückes. Moral ist keine höhere Instanz sondern lediglich eine Art sicherungsprogramm, das darüber hinaus auch nur unserem eigenen Vorteil gilt und nicht dem anderer. Die Moral sagt dir: "Halt! Tu ihm das nicht an! Die provozierte Gegenreaktion könnte jeden positiven Effekt zu nichte machen." Jedoch sehen wir gerade bei Menschen die gut mit Geld umgehen können, dass die Moral nutzlos wird, sobald das logische Denken eine Stufe erreicht hat indem sie eine Gegenreaktion im Vorfeld ausschließt. Man kann also mit einem ausreichend perfiden Plan jemandem nicht nur ausnutzen sondern auch sichergehen dass er sich nicht wehren kann und niemand sonst es merkt (als Beispiel).

Georgia said...

Du könntest vielleicht recht haben, obwohl für mich Moral mittlerweile mehr bedeutet, als einfach ein Absicherungssystem für das eigene Glück. Warum soll der Entwicklungshelfer in Afrika z.B. glücklicher sein, als ein ignorantes Arsch, dass auf die Lage anderer Menschen scheißt und durch illegale Geldschieberei sein Geld verdient?

Und selbst, wenn die Moral, ein einfaches Sicherungssystem sein sollte, müsstest du dann doch auch der Meinung sein, dass moralisches Handeln um des eigenen Glücks willen schon Ziel sein sollte (zumindest, wenn man nicht das Supergenie ist. und das sind wohl 99,9% der Weltbevölkerung nicht).
Dummerweise (für die Person und ihre Mitmenschen) scheint das aber vielen sehr schwer zu fallen...

Anonymous said...

Wenn es dich glücklich macht moralisch zu handeln dann ist das durchaus ein erstrebenswerter Zustand. Da spielt dann auch viel organische Chemie rein. Andere Menschen macht es vlt. glücklich mehr zu besitzen als ihr Umfeld. Die Gründe aus denen ein Entwicklungshelfer Leute verarztet und ein Manager 2000Leute entlässt unterscheiden sich im grad ihrer Selbstsüchtigkeit kein Stück.

Georgia said...

Wenn man so argumentiert, dann hast du wohl recht.
Mir wäre das Handeln des Entwicklungsherlfers trotzdem sympathischer, weil er beim Selbstsüchtig-sein wenigstens einen positiven Nebeneffekt für andere hat und andere glücklich machen kann, während der Top Manager, der seine Arbeiter entlässt, negative Nebenwirkungen für andere hat und ihnen schadet.

Aitch said...

dazu kann ich nur sagen:
JA

Anonymous said...

Aber jemand der hilft um sich glücklich zu fühlen tut das nicht um deiner selbst willen. Er benutzt dich. Ich kann solche hinterfotzigen pseudo-gutestuer nicht leiden. Man kann glücklich sein seinen Freunden zu helfen aber sich daran aufzugeilen dass man in der Lage ist z.B. hungernden Menschen in Afrika Nahrung zu geben (weil man ja so ein mächtiger reicher Westkapitalist ist) finde ich pervers. Dann wenigsten Rückgrat haben richtiges Kolonialmachtdenken zuzugeben ;)

Aber ich halte Hilfsorganisationen sowieso für einen haufen von Idioten die von ein paar Verbrechern verarscht werden. Arme Irre

Georgia said...

Aber wenn man glücklich sein kann seinen Freunden zu helfen, warum dann nicht glücklich sein, den hilfsbedürftigen Menschen zu helfen? Natürlich gibt es auch die hinterfotzigen die sich daran aufgeilen und in wirklichkeit lieber Kolonialherr sein wollen. Ich denke aber, dass es auch solche gibt, die einfach nur gerne helfen.

Dass selten jemand hilft, obwohl er sich dadurch in keiner Weise irgendwie besser fühlt (ein besseres Gewissen hat, Freude empfindet o.ä.) leuchtet mir auch ein. Menschen sind eben von Grund auf egoistisch, sonst hättesn sie nicht überlebt. Allerdings ist mit der Hilfe in Krisengebieten z.B. ja auch verbunden, dass man selbst ziemlich zurückstecken muss und sich Gefahren für Leib und Seele aussetzt. Solche extreme gibt es sicherlich auch nicht sher oft, aber es gibt sie.

Und noch unbegreiflicher, zumindest logisch, ist es auch, wenn sich Menschen für eine Person aufopfern (auch, wenn das jetzt nicht ganz das Thema ist). Bei Eltern und Kind kann man ja noch damit argumentieren, dass der Nachwuchs gesichert werden muss, aber in anderen Fällen...???

ps: da ist ja auch wer, der meine meinung teilt - cool +g+